Trennungen: Wie du über deinen Ex hinwegkommst

Du kannst vor Schmerz nicht atmen. Du verstehst auf einmal, warum man sagt: „Das Herz bricht.“ Denn genauso fühlt es sich an. Trennungen sind ein wenig wie sterben. Ein Teil in einem selbst scheint, tot zu sein. Auch wenn der Verstand es besser weiß – man kann sich einfach nicht mehr vorstellen, jemals wieder glücklich zu sein. Ich spreche hier von den definitiven Trennungen, die unfassbar schmerzen, aber von denen wir genau wissen, dass es noch mehr wehtun würde, in der Beziehung zu bleiben.

Ob mit dir Schluss gemacht wurde oder du die Beziehung beendet hast:  Es tut jede Sekunde des Tages weh. Man schläft unter Tränen und mit fiktiven Streitgesprächen im Kopf ein. Der Schlaf ist die einzige schmerzlose Zeit, bis man wieder viel zu früh aufwacht und alles wieder aufs Neue beginnt.

Es ist normal und es wird vergehen. Versprochen. Du bist nicht allein in deinem Schmerz, hier sind meine Ratschläge, die mir aus einer unglaublich schweren Trennung geholfen haben:

 

1. Eliminiere alle Erinnerungen aus deinem Umfeld

Sortiere alles aus, was dich an deinen Ex erinnert: Geschenke, Fotos, Briefe, Erinnerungsstücke etc. Gib all die Dinge deinem Ex wieder zurück oder schmeiß sie weg. Verbrennen tut auch oft gut. Fühlst du dich innerlich noch nicht bereit dazu, räum alles in eine Box, die du weit weg verstauen kannst. Auf jeden Fall muss alles aus deinem Blickfeld weg. Wenn du irgendwann so weit bist, kannst du den Rest dann loswerden oder vielleicht sind es Dinge, die du gerne behalten möchtest und die dann keine schmerzhaften Gefühle mehr in dir wecken. Wenn du noch Sachen von dir bei ihm hast, rate ich dir, das so schnell wie möglich zu regeln, damit du zu den nächsten Schritten übergehen kannst…

 

2. Lösche ihn aus deinem Leben

Vermeide jeglichen Kontakt und lösch alles, was mit ihm zu tun hat. Telefonnummern, E-Mail, Facebook und sonstige soziale Plattformen. Auch alte SMS und Nachrichten von ihm. Alles löschen! Alles andere führt nur zu Verzweiflungsanrufen, drunk texting oder armseligem Online-Stalking. So kannst du niemals heilen, sondern drehst in deinem Kopf immer weiter durch. Denn es werden schwache Momente kommen, wo der Schmerz des Vermissens und der Einsamkeit stärker ist als die zugefügten Verletzungen durch die Beziehung. In diesen Momenten musst du dich quasi schon mal präventiv schützen. „Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kontakt löschen möchten?“ JA!!!!!!

Es gibt einige Paare, die nach ihrer Trennung noch Freunde bleiben wollen. Das ist egoistischer Bullshit und erzeugt nur emotionale Abhängigkeit. Man möchte den anderen, wenn schon nicht romantisch, dann wenigstens freundschaftlich in seinem Leben behalten. Dies ist quasi die Vermeidungsstrategie gegen Einsamkeit und Trauer. Aber glaub mir, so kommt man NIE über eine Trennung hinweg, lernt NIE, sich wieder emotional abzunabeln und charakterlich zu wachsen. Stattdessen schürt man mögliche Hoffnungen, die früher oder später zu viel größerem Schmerz eskalieren. Ja, es gab Gründe, warum euch eine Freundschaft verbindet, aber es gibt auch Gründe, warum ihr euch getrennt habt. Und die stehen jetzt im Vordergrund. Du willst dieses Kapitel abschließen, um ein neues und besseres zu schreiben? Dann hör auf eine tragische Fortsetzung des ersten Teils zu inszenieren!

 

3. Es gab gute Gründe, sonst wäre es nicht zur Trennung gekommen

Mach dir eine Liste all der Gründe, warum du die Beziehung beendest hast. Wenn du verlassen wurdest, mach dir eine Liste aller Verletzungen, die dein Ex dir zugefügt hat. Schreib dir all die Dinge auf, die dich an ihm gestört und genervt haben. Diese Listen werden dein Mahnmal für die Tage, an denen du dich scheinbar nur an eure guten Zeiten erinnern kannst. Unser Gehirn macht komische Dinge, wenn wir einsam sind. Diese Listen werden dir helfen, wieder Klarheit und Entschlossenheit zu fassen.

 

4. Dein Umfeld

Nach einer Trennung haben wir oftmals das Gefühl, wir müssten alle in unserem Umfeld darüber informieren. Als wäre es irgendwie unsere Pflicht. Aber ich sage dir, du bist niemandem eine Rechtfertigung oder Erklärung schuldig. Und keiner hat das Recht, dir im Nachhinein zu sagen, warum du es nicht früher erwähnt hast. Es ist letzten Endes DEINE Angelegenheit. Deine allein. Oft haben wir selbst noch nicht mal realisiert, dass die Trennung tatsächlich stattgefunden hat. Wir wissen ja selbst noch gar nicht, wie sich unser Leben wieder ohne diese Person anfühlt. Intellektuell hast du die Trennung verstanden, aber noch lange nicht emotional. Dass wir unsere engsten und wichtigsten Menschen informieren wollen, ist völlig verständlich und normal. Aber der Rest braucht erst dann von deiner Trennung zu erfahren, wenn es dich nicht mehr schmerzt, darüber zu reden. Das gilt auch für Facebook-Beziehungsstatus-Updates. Du bestimmst, wann das passiert. Und du hast keinen Zeitdruck.

 

5. Gefühle zulassen und verarbeiten

Lass den Schmerz zu. All die Trauer, all die Zweifel, all das Bedauern und die Wut, Enttäuschung. Egal, was du fühlst, lass es einfach zu. Ganz besonders den Schmerz. Suhl dich meinetwegen darin, aber tue eines niemals: Gefühle verdrängen und sie unterdrücken.

Weine so viel, bis du nicht mehr kannst. Es ist die beste Methode, um auf körperlicher Ebene Emotionen zu entlasten.

Schreib dir auf, wie du dich im Moment fühlst. Alle Gefühle und Gedanken, die du gerade empfindest. Wunder dich nicht, sie werden dir möglicherweise sehr paradox vorkommen. Aber es ist normal, dass man nach einer Trennung Wut und Liebe, Enttäuschung und Sehnsucht, alles gleichzeitig empfindet.

Wenn du ehrlich verarbeitest, wirst du das Bedürfnis haben, dich zu verkriechen. Von morgens bis abends nur zu Hause im Selbstmitleid zu ertrinken. Erlaub dir genau das! Aber setz dir bitte ein Zeitlimit von etwa einer Woche. Die Zurückgezogenheit ist heilsam, aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Dann musst du wieder raus da, damit du nicht stecken bleibst. Hol dir Unterstützung und Beistand deiner engsten und liebsten. Ob Familie oder Freunde. Wenn du jetzt jemanden brauchst, scheu dich nicht, das auch in Anspruch zu nehmen.

 

6. Wie ein Phönix aus der Asche

Die Zeit des emotionalen Herumtrauerns ist vorbei! Jetzt geht es darum, dich wieder aufzubauen. Du stehst im Vordergrund und alles, was DIR gut tut. Lass dir ein Bad ein, lass dich massieren oder deine Nägel machen. Geh wieder raus und lenk dich ab. Mit Freunden oder neuen Aktivitäten, die du eh schon immer ausprobieren wolltest. Mach Sport, geh shoppen oder tanzen. Whatever rocks your boat. Hab Spaß und genieß dein Leben als Single.

Natürlich werden immer wieder Situationen entstehen, wo du deinen Ex vermisst oder dich etwas an ihn erinnert. Es ist okay. Der Schmerz wird jedoch mit der Zeit immer kleiner werden.

Viele Aktivitäten, neue soziale Kontakte und vor allem DU stehen jetzt im Vordergrund. Übrigens: Sich fehlende Selbstbestätigung im Bett eines anderen zu suchen, verpufft schneller als man Rebound sagen kann. Dadurch tötest du dich vielleicht emotional ab, aber du heilst kein Stück! Ich würde sogar zu einer Dating-Pause raten, um sich nicht wieder Hals über Kopf in die nächste Beziehung zu stürzen. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass es so wieder zu ähnlichen Problemen wie in deiner alten Beziehung kommt. Genieß dein Single-Dasein und nutze die Zeit für den nächsten Punkt….

 

7. Zeit für Reflektion und Wachstum

Nutz die Trennung zur Reflektion und sei 100% ehrlich mit dir selbst. Ich rate dir dies erst nach einigen Wochen zu tun, wenn du weniger emotional denkst und rationaler reflektieren kannst. Ein weiser Mensch nutzt nicht nur die Glücksmomente, um sich zu entwickeln, sondern noch viel mehr diese ganz tiefen, tiefen Tiefpunkte. Auch wenn du es dir jetzt nicht vorstellen kannst, aus diesen Situationen wirst du später die größten Schätze schöpfen. Aus einer Trennung kannst du insbesondere lernen, was du in einem Partner wirklich suchst und was du auf keinen Fall möchtest. Mein Artikel über die menschlichen Grundbedürfnisse könnte dir dabei helfen. Du kannst deine eigenen Fehler und Schwächen erkennen und ehrliche Arbeit an dir selbst beginnen. Sei jedoch bitte vorsichtig mit Selbstzweifeln. Wir sind nach einer Trennung oft so verletzlich und verunsichert, dass Gedanken wie „Ich bin nicht liebenswürdig“ und „Meine Ansprüche sind zu hoch“ immer lauter werden können. Sie kommen jedoch nicht von einem Ort der vernünftigen Reflektion, sondern aus der eigenen Verletzung. Ignorier sie! Ich bin hier, um dir zu sagen: Du bist genug und liebenswürdig – selbst mit deinen größten Fehlern. Denn Liebenswürdigkeit ist an keine Bedingung gebunden. Und was deine Standards angeht: Never settle for less!!! Da draußen wartet jemand Besseres auf dich!

 

8. Abrechnung und Vergebung

Schreib einen Brief an deinen Ex. Einen, den du nie abschicken wirst. Du darfst ihm hier alles sagen, was du ihm immer sagen wolltest. Lass hier alles an Frust und Wut oder auch Restliebe raus. Schreib dir buchstäblich alles von der Seele, es gibt kein Richtig und kein Falsch. Ganz wichtig: Vergib ihm hier für alle Verletzungen. Und bitte auch ihn um Verzeihung all deiner Fehler. Denn wir alle machen sie; nobody is perfect. Vergebung ist oftmals der schwerste Part. Aber glaub mir, jemandem nicht zu vergeben, ist so, als würdest du Gift trinken, in der Hoffnung die andere Person stirbt daran. Der Vergebungsschritt ist sogar der wichtigste in dem ganzen hier. Erst wenn du deinem Ex von Herzen alles Gute wünschen kannst, bist du auch selbst von ihm befreit. Eine Beichte bei einem Priester war der größte Befreiungsschlag für mich. Erst danach konnte ich einen Schlussstrich unter allem ziehen und es fühlte sich an, als hätte man eine Riesenbürde endlich von meinen Schultern genommen.

 

9. Mach einen Plan, es ist Zeit für Veränderungen!

Wenn du reflektiert und verarbeitet hast, ist es jetzt Zeit ins Handeln zu kommen. Du warst in einer Beziehung, deine Zukunftspläne waren für zwei ausgelegt. Jetzt bist du vollkommen frei. Nutze die gewonnene Klarheit aus der Reflektion, um neue Pläne zu schmieden. Setz dir konkrete persönliche Ziele und setz sie direkt um. Melde dich im Fitnessstudio an, hol dir den Job in der Stadt, wo du vorher nicht hinziehen konntest, lass dir den neuen Haarschnitt schneiden, renovier deine Wohnung. Egal, was es ist, nutz den frischen Aufschwung, um dich zu erneuern. Äußerlich, aber auch innerlich. Arbeite an dir selbst. Es gibt keine bessere Zeit für Persönlichkeitswachstum!

 

„Zeit heilt alle Wunden“ war für mich der nervigste Spruch überhaupt nach meiner Trennung, aber auch der einzige, der mir in der Verzweiflung Hoffnung gespendet hat. Und was soll ich sagen, er stimmt nach wie vor :-). Ich will dir auch sagen, dass aus diesen dunkelsten Zeiten im Leben, die größten Entwicklungen und wunderschönsten Dinge entstehen. Ich selbst hätte nie einen authentischen Blog-Artikel über dieses Thema schreiben können, wenn ich nicht selbst eine schreckliche Trennung durchgemacht hätte. Dieser Artikel, der möglicherweise irgendjemandem da draußen hilft, wäre dann ungeschrieben geblieben.  Und dann hätte dir jetzt niemand sagen können, dass Du geliebt und gebraucht wirst in dieser Welt. Ich glaube an dich und schicke dir so viel Kraft, wie du jetzt gerade brauchst!

 

Un beso,

Gloria ❤

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